Spekulativer Leerstand
Leerstands-Konferenz 2026
Eine Konferenz für eine solidarische Stadt – am 17. Januar 2026 in der Philippuskirche Giesing
Im Januar 2026 haben wir gemeinsam mit Abbrechen Abbrechen und dem Bündnis Freiräumen in der Giesinger Philippuskirche eine Leerstandskonferenz veranstaltet, um uns zu vernetzen und auszutauschen über Möglichkeiten, Leerstände zu vermeiden, zu beenden und umzunutzen.
Häuser stehen leer, während Menschen keine Wohnung finden – und das mitten in einer Stadt mit steigenden Mieten und wachsender Wohnungsnot. In München stehen rund 9 % aller Büroflächen und etwa 22.000 Wohnungen dauerhaft leer, bayernweit sind es mehr als 300.000 Wohnungen. Das ist kein Zufall, sondern Teil eines Systems: Grundstücke werden wie Gold gehandelt, und wer Gebäude leer stehen lässt, treibt ihren Wert künstlich nach oben. Möglich macht das eine Bodenpolitik, die Marktinteressen Vorrang vor dem Gemeinwohl einräumt.
Genau hier setzte die Konferenz „Leerstand beenden – Raum für alle“ an. Sie versteht sich als Tag für alle: für Neugierige, für Aktivistinnen, für Expertinnen – und für alle, die Lust haben, unsere Stadt solidarischer zu gestalten.

Vier Themenstränge, ein Ziel
Das Programm bündelte die Debatte in vier Perspektiven:
- Bodenfrage & Eigentum – Wem gehört die Stadt, und wie entziehen wir Boden der Spekulation?
- Klima & Ressourcen – Leerstand verschwendet Ressourcen und befeuert den Flächenfraß.
- Gesellschaft & Verdrängung – Leere Häuser schwächen Nachbarschaften und treiben Verdrängung voran.
- Umbauen & Finanzierung – Wie werden Umnutzung, Bestandstransformation und hohe Raumqualität bezahlbar?
Inputs von Fachleuten
Den fachlichen Rahmen setzten kurze Einführungsvorträge zu jedem der vier Stränge. Stephan Reiß-Schmidt, ehemaliger Stadtdirektor Münchens und Mitinitiator der Münchner Initiative für ein soziales Bodenrecht, eröffnete mit einem Blick auf Boden und Eigentum. Johanna Zehntner und Benedikt Empl von Architects for Future beleuchteten die Klima- und Ressourcenperspektive. Am Nachmittag ordnete Felix Wiegand (Institut für Sozialforschung, Universität Frankfurt) das Thema Verdrängung ein, während Melina Wimmer und Christian Hadaller von der Baugenossenschaft Kooperative Großstadt zeigten, wie Umbau und Finanzierung zusammengehen.
Mitmachen statt nur zuhören
Das Herzstück sind die Freien Formate – zwei Runden offener Workshops und Gesprächsräume. Hier ging es unter anderem um die Bodenpolitik des Freistaats und die Datenlage zu Eigentumsstrukturen, um Vergesellschaftung von Wohneigentum (mit einem Beitrag von „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ aus Berlin), um die Zwischennutzung städtischen Leerstands als Wohnraum für junge Menschen und um die Transformation von Kirchenräumen. Beiträge kommen aus Forschung und Praxis, etwa von der Universität Kassel, dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung oder der Landauer Leerstandsinitiative.
Wer es kreativ mag, konnte sich in einem DJ-Workshop oder einem Rap-Workshop ausprobieren (jeweils 120 Minuten).
Ein langer Tag bis in die Nacht
Nach Kaffee, Kuchen und einem gemeinsamen Abendessen am Lagerfeuer zog ein Offenes Plenum unter dem Titel „Die Ernte des Tages“ Bilanz – mit Stimmen aus Genossenschaften, dem Mietshäuser Syndikat, der Mitbauzentrale, dem Münchner Forum und der Politik. Den Abend beschloss ein Live-Act und DJ-Sets bis Mitternacht.
Praktisches auf einen Blick
- Wann: Samstag, 17. Januar 2026, ab 10:30 Uhr
- Wo: Philippuskirche Giesing, Chiemgaustraße 7, 81539 München
- Kosten: Die Teilnahme war kostenlos; eine kostenlose Kinderbetreuung konnte angefragt werden.
- Veranstalter: Die Linke, Initiative Abbrechen Abbrechen, Bündnis Freiräumen
Bezahlbare Mieten statt Immobilienspekulation & Leerstand
Wohnen ist ein Menschenrecht!